Sobald das Tor offen ist, fahren wir los. Wir kommen an das erste Wasserloch, aber leider sehen wir keine Tiere. Ebenso beim zweiten. Unser Plan war, die Tiere zu beobachten und im Auto zu frühstücken. Aber wenn keine Tiere da sind, macht das keinen Spass. Hatten wir gestern einfach nur Glück? 

Die Strasse ist zum Teil nicht sehr schön zu befahren, es ist, als würde man über Wellblech rollen. Hier unten nennt man dies eine afrikanische Massage. Beim dritten Wasserloch haben wir aber etwas mehr Gesellschaft. Wir sehen Springböcke, Zebras, Gnus und Giraffen. Ist schon schöner, so zu frühstücken als im Camping zu sitzen. Aber heute ist irgendwie doch der Wurm drin, wir sehen nicht so viele Tiere wie gestern, meistens einfach Zebras oder Springböcke, die scheinen hier wirklich zum Standardrepertoire zu gehören. Wir machen bei jeder Wasserstelle halt, welche auf unserem Weg liegt. Es wird von Wasserloch zu Wasserloch vielfältiger, jetzt sind noch Gnus, Strausse, Oryx Antilopen und Schakale zu den heutigen Tieren hinzu gekommen. An der Strasse zur Etosha Salzpfanne sieht es auf den ersten Blick so aus, als müsste jeden Moment das Meer kommen. Sandige Dünenlandschaften mit Sträuchern, welche man aus der Normandie kennt. Wir halten unter einem grossen Baum, in der Hoffnung, dass wir eventuell einen Leoparden darin entdecken können. Leider nein. Nachdem wir eine Herde Gnus passiert haben, sehen wir ein Wasserloch mit unzähligen Tieren. Hunderte Zebras, Gnus, Springböcke, Oryxe, Schakale, Straussen, Geier und zig andere Vögel.

Ein wahrhaft atemberaubender Anblick, so viele Tiere auf einem Fleck sehen zu dürfen. In der Nähe gibt es den Märchenwald und den grünen Wald. So märchenhaft ist dieser Wald aus unserer Sicht nicht. Hoffentlich kann der grüne Wald seinem Namen gerecht werden. Auf dem holprigen und staubigen Weg laufen uns drei Erdmännchen vor das Auto. Wir halten an und beobachten die Kerlchen wie sie ihre Nüsse knabbern. Der grüne Wald besteht aus ein paar Bäumen, welche sich hier zu einem kleinen Wald gruppieren…was habe ich anderes erwartet? 

Wir machen halt beim letzten Wasserloch, bevor wir im Camping Okaukuejo eintreffen. Als hätten alle Tiere nur beim letzten Wasserloch auf uns gewartet. Giraffen trinken mit breitgespreizten Beinen Wasser. Zebras kämpfen miteinander und Springböcke hüpfen fröhlich umher. Ein wahres Spektakel! 

Wir kommen beim Camping an und melden uns an der Rezeption. Sie benötigt meine schriftliche Bestätigung, also doch. Diesmal weiss das System doch nicht alles wie beim letzten Camping. 

Beim Okaukuejo Wasserloch erwarten uns drei Elefanten und eine Handvoll Oryxe und Springböcke. Wir bereiten unser Abendessen vor und kurz vor Sonnenuntergang gehe ich nochmal zum Wasserloch. Es ist alles voller Tiere, so viele, dass ich sie kaum zu zählen vermag. Okay, es sind nur Rebhühner, aber trotzdem, diese füllen das Loch. Ich kehre zum Campingplatz zurück und am späteren Abend gehen wir wieder zum Wasserloch. Es herrscht immer noch gähnende Leere. Ich stehe am Rand des Wasserlochs, spreche kurz mit Varenca. Danach räuspere ich mich und huste. Dann werde ich von der Seite angefahren “Ssschhttt!! There’s a giraffe!” Ich schaue mich um…schaue weiter…schaue nochmal. Ah, da vorne, etwa 300 Meter von uns entfernt. Ich entschuldige mich und sage, dass ich die Giraffe nicht erschrecken wollte…

Ich versuche mich nochmal an ein paar Nachtfotos, dann sehe ich auf dem Bild die Giraffe. Sitzt sie etwa? Ich zoome mit meinem Objektiv in die Richtung, belichte und tatsächlich, eine sitzende Giraffe! Die sieht aus als wären ihre Beine weggefallen, lustige Sache.

Auf dem Rückweg sehen wir auf dem Campingplatz noch einen Schakal. Ich hoffe, dass ist das einzige Tier, welches durch das Tor hereingekommen ist.


Manuel

Manuel

Ich liebe unsere Erde... Komm raus und entdecke unsere Welt mit mir, sie hat viele wunderschöne und prächtige Sachen zu bieten!

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